Ambulanter Hospizdienst Leine-Solling

"Gemeinsam halten wir das Schiff auf Kurs"

Mit 18 Kindern und Jugendlichen und 12 Teamern, ging es auf einen 7 tägigen Segeltörn in die Dänische Südsee.

(Bild Schrader HNA)

Diesen Törn sind wir gesegelt - grüne Linie. Insgesamt ca 170 Seemeilen (ca. 310 km)

Impressionen

Die LuToM-Segler sind zurück

 

Nach einem 1-wöchigen Segeltörn vom 06.07.-13.07.2018 durch die Dänische Südsee sind die 18 Kinder und Jugendlichen sowie deren 12 Betreuer wohlbehalten zurück.

Auf dem Törn mit dem Traditionssegler “Hendrika Bartelds“ erlebten die Teilnehmer, dass sie auch mit einer schicksalhaften Belastung in der Gemeinschaft eine normale und fröhliche Jugendfreizeit verbringen können. Diese eindrucksvollen Erlebnisse werden für alle - Teilnehmer und Betreuer – lange Zeit präsent bleiben und sich in aller Nachhaltigkeit in deren Biografie verankern.

Die Großsegel mussten mit 16(!) starken Personen gesetzt werden – es gab hierfür keine Maschinenkraft. Zum Manöverfahren mussten alle Teilnehmer und Betreuer an Deck und mit anfassen. „Das hat das Gemeinschaftsgefühl gefördert und gezeigt, dass alle im gleichen Boot sitzen“, so Susanna Lenkewitz, Projektleitung des LuToM und Initiatorin des Segeltörns.

Das Motto „Gemeinsam halten wir das Schiff auf Kurs“ konnte so spürbar für die Teilnehmer verwirklicht werden. Für die Daheimgebliebenen gab es einen Blog, der mit einem Tag Verzögerung gepflegt wurde und über die wichtigsten Ereignisse berichtete.

Am ersten Tag auf See (Tag 2) waren bei Sonnenschein, aber mittelstarkem Wind (5 - 6 Beaufort. ca 35 – 40 km/h) die Überfahrt und das Wasser nach Bagenkop auf der dänischen Insel Langeland etwas turbulent. Mancher fragte sich, ob denn die Entscheidung zum Segeltörn die richtige Wahl war. Ein grandioser Sonnenuntergang war die Belohnung.

Der zweite Tag auf See (Tag 3) entschädigte dann mit Sonnenschein und ruhigerer See. Das Ziel war Marstall auf der Insel Ærø, weil aber der Wind genau aus Nordwest kam, musste gegen den Wind gekreuzt werden. Viele aufwändige Manöver waren zu fahren.

Das machte alle hungrig und der Smutje (Koch) hatte jeden Tag alle Hände voll zu tun, um die gesamte Besatzung satt zu kriegen. Das ist ihm 100% gelungen, es gab viele Leckereien!! Zum Frühstück schon einmal 2 riesen Schalen Obstsalat, Rührei, 5 kg Quark, 45 frische Brötchen und vieles mehr. Hot Dogs zum Mittagessen, viel frisches Obst und Gemüse, dass gemeinsam geschnippelt werden musste. Lasagne und einen leckeren Nachtisch zum Abendessen. Es hat uns an nichts gefehlt. Alle Mahlzeiten wurden gemeinsam eingenommen !! Das war uns sehr wichtig!!!!

Tag drei, ein Inseltag. Die Teilnehmer waren in Kleingruppen aufgeteilt, die sich Namen gegeben haben wie zum Beispiel: „Die LuToM Piraten“, „Hart am Wind“, „Quallen Spüler“ usw. jede Gruppe hat sich einen eigenen Wimpel gestaltetet, die dann alle gemeinsam mit einem Seemannsritual gehisst wurden. Während des ganzen Segeltörns blieben diese Wimpel hängen.

Auf See waren hohe Wellen und Windstärke 6 – 7. Die Hendrika Bartelds blieb im Hafen. Zeit, die Insel und den Ort zu besichtigen, am Strand von Marstal Fußball zu spielen und ein Bad in der Ostsee zu nehmen. Erholung für alle, Teilnehmer und Betreuer.

Jeder hatte auch immer genug freie Zeit für sich. Wir hatten uns viel über unsere Segeleindrücke zu erzählen. Einige haben sich Armbänder oder Schlüsselanhänger geknüpft, es wurde viel gebastelt und auch im eigenen „Mein Segeltagebuch“ geschrieben und gemalt. Es gab auch die Möglichkeit, gleich vor Ort seine aktuellen Segelbilder einzukleben.

Mit einem langen Schlag wurde am vierten Tag mit viel „Rückenwind“ und strahlendem Sonnenschein unter Vollbeseglung (ca. 600 m2 Segelfläche) Harderslev auf dem Festland erreicht. Die letzten 10 Seemeilen mussten in einem engen, aber landschaftlich reizvollen Fjord unter Maschine zurückgelegt werden. Besuche im Klüvernetz, selbstverständlich durch Gurte gesichert, waren eine gerne genommene Abwechselung.

Der fünfte Tag (Sønderburg – Maasholm): strahlender Sonnenschein, aber leider wenig Wind. Sønderburg war das Ziel. Unterwegs konnte während der Flaute direkt vom Schiff gebadet werden. Der Sprung vom Klüvernetz oder am langen Seil ins Wasser waren die Highlights. Mancher, von dem man es nicht erwartet hätte, sprang ohne mit der Wimper zu zucken, vom Klüvernetz aus mehr als 3 Meter Höhe in die Ostsee.

Am sechsten Tag wurde von Sønderburg nach Maasholm an der Schleimündung gesegelt. Etwa 2 Stunden Flaute, die See war spiegelglatt, herrlicher Sonnenschein. Zeit für eine erneute Badezeit, und für die Teilnehmer nochmals ein besonderes Vergnügen, war das Motobootfahren mit der Bootsfrau Swinda.

„Reinschiff machen“ war die Devise am letzten Tag, Freitag. Während die Hendrika Bartelds von Maasholm Kurs auf Kiel nahm, mussten die Kojen klar gemacht werden, das Deck war zu schrubben. Die Messe (Speise- und Aufenthaltsraum) und die Kombüse sollten blinken. Viel Arbeit, jeder musste mit anfassen.

Pünktlich um 16:00 Uhr kam der Bus, der alle wieder nach Northeim zurückbrachte, wo die Teilnehmer um 22:00 Uhr wohlbehalten von ihren Familien abgeholt wurden.

„Eine eindrucksvolle Woche, die gezeigt hat, wie wichtig Gemeinschaft für alle ist“, zog Susanna Lenkewitz Bilanz. Ein Kind aus der Gruppe hat es so definiert: „Es war so schön, wie Nudeln und Pfannkuchen gleichzeitig!“

Den Wunsch von den Teilnehmern für eine Neuauflage gibt es schon heute! Mal sehen, frühestens in zwei Jahren.

Insgesamt sind wir 192 Seemeilen gesegelt und es wurden ca. 1.800 Bilder gemacht.

Fazit zu den Zielen:

Gemeinschaftsgefühl wurde gestärkt. Jeder hat erkannt, dass wir nur mit gegenseitiger Hilfe, Respekt und Vertrauen weiterkommen. Eigene Stärken konnten gefördert und ausgebaut werden.  Bei einigen Kindern haben wir in dieser Woche eine Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit (Resilienzförderung – Stark trotz schwerer Bedingungen) deutlich gesehen werden.

Es ist anzunehmen, dass diese Reise sich in der Biografie der Kinder positiv verankern wird. Die Feedback-Bögen bestätigen den Wunsch aller Kinder, solch eine Segelreise nochmal erleben zu wollen.